Embossing: Techniken und Vergleich (Artikel vom 09.02.13)

Kartendetail

Letztens wurde ich gefragt, wie das mit dem Embossen ist und zu welcher Methode ich raten würde. Zu dieser Technik, mit der man erhabene, reliefartige Strukturen erzeugt, gibt es zwei gundlegende Herstellungsmethoden:

  1.  Man stempelt mit farbloser Tinte (Embossing-Stempelkissen wie Versamark, TopBoss oder von Rayher). Darüber streut man ein farbiges Embossingpulver. Überflüssiges Pulver abklopfen und erhitzen.
  1.  Man stempelt mit farbiger Tinte. Darüber streut man ein farbloses Embossingpulver. Überflüssiges Pulver abklopfen und erhitzen.

Durch das erhitzen verbindet sich das Pulver mit der Farbe und es entsteht in lackartiges Relief. Erhitzen kann man mit einem speziellen Embossing-Gerät oder z.B. über dem Toaster. Ein normaler Fön wird meist nicht heiss genug oder pustet das Pulver weg, bevor es eine Verbindung mit dem Untergrund eingehen kann. In jedem Fall muss man sich vor der Hitze in Acht nehmen!

Aber welche Methode ist die Bessere?

Wenn man schon viele verschiedenfarbige Stempelkissen hat oder sich diese mit der Zeit zulegen möchte, so ist die 2.Methode die Günstigere. Mit nur einem Pulver, nämlich klarem, farblosen Embossingpulver, lässt sich so jeder beliebigfarbige Stempelabdruck embossen. Probleme könnte es geben, wenn die Stempeltinte zu schnell einzieht oder abtrocknet, so dass nicht mehr genug Embossingpulver daran hängen bleibt. Das ist abhängig vom Stempeluntergrund, der Sättigung des Stempelkissens und der Geschwindigkeit, mit der man arbeitet.

Hier liegt der Vorteil bei der Embossingtinte der 1.Methode. Sie ist meistens satter und trocknet langsamer ab, also konzipiert um möglichst viel Pulver festzuhalten. Diese Tinte gibt es auch in einer Art Kugelschreiber, so dass man eigene Kreationen damit embossen kann. Man braucht für jede gewünschte Farbe ein eigenes Pulver, und das ist idR teurer als ein Stempelkissen. Glitzereffekte, metallische Farben, Weiß, Gold oder Silber kommen jedoch am allerschönsten mit dieser Methode zur Geltung! Auch die Embossing-Stempelkissen haben einen weiteren Vorteil: auf jeder beliebigen Kartonfabe kann man damit einen Ton-in-Ton-Stempelabdruck erzeuen. Der Abdruck ist dann eine Nuance dunkler als die Kartonfarbe und passt farblich immer perfekt. Damit kann man sehr schöne Hintergründe kreieren.

Also was jetzt?

Da bei den meisten Kartenbastler(innen) in der Regel schon farbige Stempelkissen vorhanden sind würde ich für den Anfang ein einzelnes, klares Embossingpulver empfehlen. Zur Weihnachtszeit wächst dann vielleicht der Bedarf an Gold- oder Silberfaben embossten Werken, oder man plant ein Großprojekt (z.B. 50 Einladungskarten), das die maximale Wirkung erreichen soll. Dann kann man sich die entsprechenden Embossingpulver zulegen, die in der Regel einen Tick teurer sind als Stempelkissen. Dafür hält so ein Pulver dann auch eine halbe Ewigkeit!*

Meine gesamte Hochzeitspapeterie habe ich über unserem alten Toaster embosst. Ein paarmal ging es schief und das Pulver brannte sich ins Papier, ein paarmal wurden meine Fingerkuppen etwas sehr heiss… Für die nächste Großproduktion habe ich mir dann einen richtiges Embossing-Erhitzungsgerät zugelegt. Auch über der Herdplatte soll es funktionieren, das auszuprobieren habe ich mich jedoch nie getraut.

Nach sooooooo viel Text kommen gleich ein paar Bildchen. Das Thema hat mir nämlich keine Ruhe gelassen, so dass ich eine Testreihe gestartet habe. Die Reihe wurde durchgefüht mit folgendem Material:

  • 3 verschiedenfarbige Kartons: Weiß, Savanne, Aquamarin
  • 4 Stempelkissen: Craft-Kissen in Weiß, klares Embossing-Stempelkissen von Versamark, normale Stempelkissen in Aquamarin und Savanne
  • 2 verschiedenfarbige Embossingpulver: Klar, Aquamarin

Damit habe ich 18 verschiedene Varianten gestempelt und teilweise embosst. So kann man sich einen Eindruck darüber verschaffen, wie die einzelnen Techniken genau aussehen und wirken. Aber seht und vergleicht die Ergebnisse selbst (ein Klick auf das jeweilige Galeriefoto vergrößert das Bild, dann könnt ihr euch auch durch die Detailgalerie klicken):

 

Und weil ich so schöne Inchies fabriziert hatte, wurde daraus natürlich auch noch eine schöne Karta:

Die Karte zum TestArtikel gewidmet der lieben Nicola 😉

* Es sei denn: man kippt das Döschen um, niest hinein, lässt es vom Tisch fallen, kippt die Reste nicht ins- sondern neben das Döschen, hat einen schlechten Tag, lacht prustent ins Pulver….

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